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Stichworte zum Thema Dämmung


Stichworte aus der Branche

k-Wert
Der Wärmedurchgangskoeffizient, auch k-Wert genannt, ist ein Maß für den Wärmestrom, der bei einer Temperaturdifferenz von 1 Kelvin durch ein 1 m2 großes Bauteil fließt. Einheit: W/m2K.

Um den Wärmebedarf eines Gebäudes zu berechnen, wird der k-Wert für die verschiedenen Bauteile des Gebäudes bestimmt und die anteiligen Wärmeverluste addiert. Je kleiner der k-Wert, um so geringere Wärmeverluste treten auf. Die Größe des k-Wertes hängt von den verwendeten Baumaterialien ab, genauer gesagt von deren Wärmeleitfähigkeit, von den Bauteildicken und von den Wärmeübergängen zwischen den verschiedenen Materialien.

Jedes Baumaterial hat eine bestimmte Wärmeleitfähigkeit lambda. Beton hat eine besonders hohe Wärmeleitfähigkeit (2 W/m*K) und Dämmstoffe eine niedrige (0,02 bis 0,04 W/m*K). Je niedriger die Wärmeleitfähigkeit eines Baumaterials, um so besser ist seine Dämmwirkung. Wärmedämmstoffe werden entsprechend ihrer Wärmeleitfähigkeit in verschiedene Wärmeleitfähigkeitsgruppen eingeteilt (020 entspricht lambda= 0,02 W/m*K, 030 entspricht 0,03 W/m*k usw.) Ein Dämmstoff der Wärmeleitfähgkeitsgruppe 020 erreicht etwa die doppelte Dämmwirkung wie ein Dämmstoff der Gruppe 040.

Baustoffe unterscheiden sich nicht nur in ihrer Wärmeleitfähigkeit, sondern auch in ihrer Fähigkeit, Wärme zu speichern.

Die Wärmespeicherzahl gibt an, wieviel Wärme notwendig ist, um 1 m³ eines Stoffes um 1 Kelvin zu erwärmen. Je schwerer ein Baustoff ist, desto größer ist seine Wärmespeicherfähigkeit. Stoffe mit großer Wärmespeicherzahl benötigen für ihre Erwärmung viel Wärme und Zeit, halten dafür aber große Mengen Wärme um so länger. Große Speichermassen sind wichtig für ein ausgeglichenes Raumklima und für die Solararchitektur. Dämmstoffe haben wegen ihres geringen spezifischen Gewichts nur eine sehr geringe Wärmespeicherfähigkeit.

Papier
In Westdeutschland wurden 1990 ca. 14,6 Mio. t Papier, Karton und Pappe verbraucht. Umgerechnet entspricht das einem Pro-Kopf-Jahresverbrauch von ca. 230 kg.

Dieser Verbrauch ist um 50 Prozent höher als in Frankreich und genauso hoch wie in allen afrikanischen und lateinamerikanischen Staaten zusammen. Durch Kombination oder Variation der Roh-, Füll-, Farb-, Leim- und Hilfsstoffe entstehen ca. 2.000 Papier-Sorten.

Als Rohstoffe dienen z.B. Zellstoff, Holzstoff, Alt-Papier und Lumpen (Anteil ca. 70 %). Füllstoffe (28 %) sind z.B. Kreide, Bariumsulfat, Titandioxid und Kaolin. Es gibt zwei Verfahren, die pflanzliche Fasern, die durch die Rohstoffe geliefert werden, zu einer flächigen Masse zu verfilzen: Aus Holz wird mechanisch Holzschliff gewonnen, oder das Holz wird chemisch zu Zellstoff (Zellulose) aufgeschlossen.

Während der Holzschliff vor allem für Zeitungspapier eingesetzt wird, ist Zellstoff der wichtigste Primärstoff für die Herstellung höherwertiger Papiere. Der chemische Aufschluss erfolgt durch einen Kochprozess unter Einsatz von Sulfat (bzw. Sulfit) und ist holz-, energie- und wasserintensiv sowie mit einer größeren Luft- und Abwasserbelastung verbunden. Die Zellstoffausbeute beträgt hierbei lediglich 50 Prozent des Holzeinsatzes, ein Teil der anderen Holzinhaltsstoffe (z.B. Lignin, Hemicellulose) gelangt i.d.R. mit dem Sulfat ins Abwasser und überforderte so die biologischen Klärstufen der Kläranlagen (Abwassereinigung).

Bei dem Kochprozess und der damit verbundenen Laugenverbrennung werden Schwefelwasserstoff und Merkaptane, giftige organische Schwefelverbindungen mit extrem widerwärtigem Geruch, emittiert. In Deutschland wird die Sulfattechnik wegen der starken Geruchsbelästigung und der Risiken für die Gewässer nicht angewendet. Statt dessen importiert man Sulfatzellstoff aus Skandinavien und Nordamerika, wodurch dort ein industrieller Waldbau und damit das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten gefördert wird. Für die Zukunft sollen die Papier-Hersteller die Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Verfahren zur Zellstoffgewinnung vorantreiben und den Einsatz von Altpapier weiter begünstigen.

Wärmedämmung
Unter Wärmedämmung versteht man sämtliche Maßnahmen, durch die Wärmeverluste von Gebäuden an die Umgebung verringert werden (Wärmetransport).

Hierzu gehören u.a.: die Verwendung von schlecht wärmeleitenden Baustoffen (k-Wert) für Außenwände und Dächer, der Einbau von wärmedämmenden Fenstern (Wärmeschutzverglasung) sowie das Vermeiden von Wärmebrücken und unkontrolliertem Luftaustausch.

Die Wärmedämmung besitzt das weitaus größte Potenzial zur Reduzierung des Heizwärmebedarfs (Heizenergiebedarf) und damit des privaten Energie-Verbrauchs schlechthin. Schätzungen zufolge kann der Heizwärmebedarf im Gebäudebestand durch Wärmedämmung mehr als halbiert werden.

Vergleicht man den Energieverbrauch verschieden gut gedämmter Einfamilienhäuser, wird der extreme Einfluss der Wärmedämmung auf die Energiebilanz deutlich. Ein 100 m2 großes ungedämmtes Einfamilienhaus Baujahr 1960 verbraucht pro Jahr ca. 3.700 l Heizöl, ein nach der Wärmeschutzverordnung 1982/84 gebautes Haus ca. 1.500 l, ein nach der Wärmeschutzverordnung 1995 etwa 1000 l und ein nach dem aktuellen Stand der Technik errichtetes Niedrigenergiehaus nur noch etwa 500-700 l.

Eine optimale Wärmedämmung ist daher vor einer Optimierung des Heizungssystems (Heizung) und dem Einsatz regenerativer Energiequellen (Sonnenkollektoren) durchzuführen. Weitere Minimierungen des Heizenergiebedarfs lassen sich durch die Konzepte Passivhaus und Nullenergiehaus erzielen.

Für die Ausführung der Wärmedämmung stehen eine Reihe verschiedener Methoden und Materialien zur Verfügung, die unter dem Gesichtspunkt der Umwelt- und Gesundheitsbelastung sehr unterschiedlich zu bewerten sind (Wärmedämmstoffe, k-Wert). Insbesondere im Gebäude-Innenbereich (Dachdämmung, Innendämmung) können bei der nicht fachgerechten Verwendung von z.B. Mineralwolle oder anderen Faserdämmstoffen gesundheitliche Gefahren auftreten.

Bei einer nachträglichen Wärmedämmung sollte eine Außendämmung nach Möglichkeit bevorzugt werden, da Innnendämmungen i.d.R. die Wärmespeicherfähigkeit und das Sorptionsvermögen der Innenwand negativ beeinflussen, sowie den Taupunkt der Wand nach innen verschieben.

Innendämmungen müssen daher sorgfältig geplant und ausgeführt werden, da sonst im Dämmbereich die Gefahr der Schimmelpilz-Bildung sowie eine Verschlechterung des Raumklimas droht. Auch durch Abdichten von Fensterfugen u.ä. lässt sich die Wärmedämmung meist deutlich verbessern. Allerdings wird bei zu geringem Luftwechsel das Wachstum von Schimmelpilzen gefördert und es kann zur Konzentrationserhöhung von Innenraumluft-Schadstoffen (Innenraumluftbelastung, Radon) kommen. Abdichten von Fugen sollte daher ein geändertes Lüftungsverhalten zur Folge haben (Lüften, Stoßlüften).

Schwachstellen in der Wärmedämmung eines Hauses können mit Hilfe der Thermographie sichtbar gemacht werden.

Wärmedämmstoffe
Als Wärmedämmstoffe werden die Baustoffe bezeichnet, die dafür eingesetzt werden, den Wärmedurchgang durch die Außenhülle eines Gebäudes zu vermindern.

Wärmedämmstoffe werden aus sehr unterschiedlichen Materialien hergestellt, denen jedoch eines gemeinsam ist: großes Volumen bei geringem Gewicht infolge der vielen eingeschlossenen Hohlräume. Die in den Hohlräumen verbleibende Luft bewirkt die geringe Wärmeleitfähigkeit des Baustoffes (k-Wert). Wärmedämmstoffe sind Leichtbaustoffe mit einer Rohdichte von 35 bis 150 kg/m3. Sie können in künstliche Wärmedämmstoffe und natürliche Wärmedämmstofffe unterteilt werden. Insbesondere von den künstlichen Wärmedämmstoffen können infolge von Faserabgaben und/oder Ausdünstungen gesundheitliche Gefahren ausgehen.

Künstliche organische Wärmedämmstoffe: Polystyrol-, Polyurethanplatten und -schäume.

Künstliche mineralische Wärmedämmstoffe: Mineralwolle und Schaumglas (Transparente Wärmedämmung).

Natürliche organische Wärmedämmstoffe: Holzweichfaserplatten, Holzwolleleichtbauplatten, Zellulosedämmstoffe, Kork, Kokosfasern, Stroh und Schilfrohr. (Zur Zeit sind weitere Wärmedämmstoffe dieser Kategorie in Erprobung, wie z.B. Wollplatten. Hier sind noch Probleme des Brandschutzes zu klären.)

Natürliche mineralische Wärmedämmstoffe: Blähton, expandierte Perlite und Vermiculite.

Zellulose
Gerüstsubstanz fast aller Pflanzen; weitaus häufigste organische Verbindung.

Aus Holz, Schilf, Stroh u.a. gewinnt man durch chemischen Aufschluß reine Zellulose. (Zellstoff). Zellulose ist der Ausgangsstoff zur Herstellung von Papier und Pappe sowie Textilien, Fotofilmen, Kleister u.a.

Zellulose kann auch durch Recycling aus Altpapier zurückgewonnen werden. Zellulose findet Verwendung im Bauwesen als Dämmstoff (Zellulosedämmstoff), mit Gips gebunden als Wandbauplatte (Fermacell) und als Pappe in Verbindung mit Teer und Bitumen für Abdichtungsarbeiten.

Zellulosedämmstoff
Zellulosedämmflocken werden aus mechanisch zerkleinertem und aufbereitetem Papier von Tageszeitungen hergestellt.

Eine Imprägnierung mit Borsalzen stellt Brand- und Fäulnisschutz dar (Brandklasse B2, normal entflammbar). Das Material zeichnet sich durch geringen Energieverbrauch bei der Herstellung sowie gute Sorptions- und Dämmeigenschaften aus und ist gesundheitlich unbedenklich.

Zellulosedämmstoff wird als Hohlraumdämmung von Dächern und Decken durch ein Einblasverfahren eingesetzt, welches Ritzen und Hohlräume füllt und dadurch eine lückenlose und winddichte Wärmedämmung bildet. Eine andere Möglichkeit stellt das Auftragen durch ein Sprühverfahren von feuchten Flocken z.B. als Wanddämmung dar. Zellulosedämmung entspricht keiner Norm, besitzt jedoch die bauaufsichtliche Zulassung des Institutes für Bautechnik, Berlin.

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